Bergbau
Im Bergbausektor werden nicht erneuerbare Rohstoffe wie Kohle, Erze und deren Metalle (Eisen, Kupfer, Blei, Platin, u.a.) abgebaut und später zu Millionen von Produkten verarbeitet. Der Abbau erfolgt unter schweren Arbeitbedingungen in Minen von multinationalen Konzernen als auch im Kleinbergbau überwiegend in Lebensräumen indigener Bevölkerung und artenreichen Naturgebieten sowie in Konfliktgebieten (z.B. in Sierra Leone, Uganda). Typisch bei der Gewinnung von Erzen und Metallen ist der Anfall grosser Mengen an ungenutzten Materialien und umgewälzter Erde. Der Bergbau ist hinsichtlich Beschäftigung und wirtschaftlicher Entwicklung für Industrie- wie Entwicklungsländer von grosser Bedeutung. In den Rohstoff exportierenden Entwicklungsländern profitiert der überwiegende Teil der Bevölkerung jedoch nicht von den Erträgen sondern ist hauptsächlich von den negativen ökologischen Auswirkungen betroffen.
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
- Mitfinanzierung von Konflikten und Waffenhandel in Afrika durch Handel mit Konfliktressourcen (Diamanten, Gold, Kupfer, Coltan, Kobalt)
- Verbreitung von Zwangs- und Kinderarbeit im Kleinbergbau
- Luftverschmutzung, insbesondere Quecksilberemissionen bei der Goldgewinnung
- erhöhte Quecksilberbelastungen von Arbeitern im Kleinbergbau
- chronische Erkrankungen der Lunge und Verkürzung der Lebensdauer von Minenarbeitern
- Wasserverschmutzung durch Quecksilber und Zyanid
- Beeinträchtigung der Wasserversorgung und der Gesundheit der lokalen Bevölkerung in Abbaugebieten
- Verlust der Bodenfruchtbarkeit, Ablagerungen von toxischen Metallen, Bodenerosion und Schlammlawinen, giftige Schlacke als Abfallprodukte
- Zerstörung der natürlichen Regenerationsfähigkeit von Ökosystemen und insbesondere unberührter Naturgebiete
- Bedrohung von Tierarten durch Zerstörung von Lebensräumen (Abholzung und Wüstenbildung)
- Menschrechtsverletzungen bei (Zwangs-)Umsiedlungen der lokalen Bevölkerung
- Steigende Kriminalitäts- und Aidsraten in Abbaugebieten
- Existenzbedrohungen für anliegende Landwirtschaft und Fischerei
Öffentliche Diskussion
In der öffentlichen Diskussion hat die Branche mittlere bis starke Präsenz. Die breiteste Aufmerksamkeit wird dem Rohstoffmangel und den damit zusammenhängenden Preiserhöhungen geschenkt. Im Vergleich zu anderen Importländern, wie Grossbritannien, ist die mediale Aufmerksamkeit in der Schweiz sehr gering. Ein möglicher Grund hierfür ist, dass direkter Druck auf Bergbauunternehmen durch Boykott für die Konsumenten schwierig ist. Deshalb stehen zunehmend die verarbeitenden Unternehmen wie beispielsweise in der Elektronikindustrie im Mittelpunkt von Kampagnen.
Von Interesse sind die Themen:
| Menschen- und Bürgerrechtsverletzungen | Kinder- und Zwangsarbeit |
| Ressourcenverschwendung | Umweltverschmutzung/-schutz |
| Kriegsökonomie | Korruption |
| Gesundheit und Sicherheit | Artisanal and small-scale mining (ASM) |
Beispiele für Verbesserungsanstrengungen
- Agenda für den Wandel zur nachhaltigen Rohstoffnutuzung des Multistakeholder-Projekts Mining, Minerals and Sustainable Development (MMSD) des WBCSD zusammen mit Unternehmen
- International Council on Mining and Minerals (ICMM) für nachhaltige Entwicklung
- Brancheninitiative für Bergbau- und Metallindustrie von UNEP unterstützt u.a. internationale Metallflusszyklen und gibt Richtlinien für Gesundheits- und Umweltschutz heraus

