Schmuck- und Uhrenindustrie
Für die Schmuck- und Uhrenindustrie werden exotische Leder verarbeitet und Edelmetalle, Edelsteine weltweit in Minen von grossen Konzernen oder im Kleinbergbau abgebaut. Der Abbau erfolgt dabei unter schweren Arbeitsbedingungen und vor allem überwiegend in Lebensräumen indigener Bevölkerung und artenreichen Naturgebieten sowie in Konfliktgebieten (z.B. in Sierra Leone, Uganda). In der Lieferkette der edlen Rohstoffe sind häufig viele Händler zwischengeschaltet. In Indien und China werden Waren für den Massenmarkt ohne ausreichenden Arbeitsschutz geschnitten und poliert.
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
- Mitfinanzierung von Konflikten und Waffenhandel in Afrika
- Verbreitung von Zwangs- und Kinderarbeit im Kleinbergbau
- Luftverschmutzung, insbesondere Quecksilberemissionen bei der Goldgewinnung
- erhöhte Quecksilberbelastungen von Arbeitern im Kleinbergbau
- Wasserverschmutzung durch Quecksilber und Zyanid
- Beeinträchtigung der Wasserversorgung und der Gesundheit der lokalen Bevölkerung in Abbaugebieten
- Verlust der Bodenfruchtbarkeit, Ablagerungen von toxischen Metallen, Bodenerosion und Schlammlawinen
- Zerstörung der natürlichen Regenerationsfähigkeit von Ökosystemen und insbesondere unberührter Naturgebiete
- Bedrohung von Tierarten für exotische Leder und durch Zerstörung von Lebensräumen beim Rohstoffabbau
- Menschrechtsverletzungen bei (Zwangs-)Umsiedlungen der lokalen Bevölkerung
- unzureichender Arbeitsschutz vor Staub zusammen mit langen Arbeitszeiten führt bei Achat- Schneidern und Polierern zu Silikose (Staublunge), Atemnot bis hin zur existenzbedrohenden Arbeitsunfähigkeit
Öffentliche Diskussion
Internationale Institutionen, NGOs und Medien schenken dem Thema der Gewinnung und dem Handel von Gold und Diamanten mehr Aufmerksamkeit als auf nationaler Ebene. Hier setzt sich die Erklärung von Bern vor allem mit den Produktionsbedingungen in der Edelsteinverarbeitung auseinander.
Aktuell werden hauptsächlich folgende Themen zur Branche diskutiert
| Blut- bzw. Konfliktdiamanten | Artisanal and small-scale mining (ASM) |
| Kinder- und Zwangsarbeit | Fairer und transparenter Diamantenhandel |
| Green Gold | recycelte Edelmetalle |
| Korruption | Arbeitssicherheit und Entschädigungen in der Edelsteinverarbeitung |
Beispiele für Verbesserungsanstrengungen
- Kimberley Process Certificatin Scheme (KPCS) Staatenabkommen zum Diamantenhandel
- Zero Standard der Association for Responsible Mining (ARM) und Green Gold Initiative für nachhaltigen Kleinbergbau
- No dirty Gold Campaign für verantwortlichen Handel
- Best Practice Principles der World Jewellery Confederation (CIBJO) und Code of Practice des Council for Responsible Jewellery Practices (CRJP)
- Weitere Initiativen/Standards finden Sie in der Datenbank.
