Schuhe und Textilien
In der Textil- und Schuhindustrie arbeiten weltweit über 40 Millionen Menschen zumeist in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die globale Textil-Lieferkette ist sehr zergliedert. Die Baumwollproduzenten kommen vor allem aus Entwicklungsländern und haben mit ausbeuterischen Handelsbedingungen durch Schutzzölle und Subventionen von Baumwollmärkten in den Industrieländern zu kämpfen. Für den Ernteertrag werden viel Wasser und Pestizide benötigt. Der Teil der verarbeitenden Wertschöpfungskette ist geprägt durch häufige Produktionsstandortverlagerungen oder Lieferantenwechsel, die Wettbewerb und Preisdumping unter den Lieferanten verstärken. Schnelle Modewechsel sind insbesondere für die Bekleidungs- und Schuhindustrie kennzeichnend. Für die Verarbeitungsprozesse der Textilien und Leder, wie Bleichen, Färben, Bedrucken oder Gerben werden ebenfalls viel Wasser und Energie verbraucht sowie Chemikalien eingesetzt.
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
- Existenzbedrohung von Baumwollbauern in Entwicklungsländern
- Gesundheitsgefährdung von Bauern, Erntehelfern und anliegender Bevölkerung
- Verschärften Arbeitsbedingungen, Niedriglöhne, lange und erzwungen Arbeitszeiten, unbezahlten Überstunden, Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit und Vereinigungsfreiheit
- Verstösse gegen Sicherheitsnormen und Hygienevorschriften, unzureichender Arbeits- und Gesundheitsschutz (Atemwegserkrankungen durch Staub, Skeletmuskelerkrankungen durch einseitige und zu hohe Arbeitsbelastungen)
- Erhaltung und Verbreitung unsicherer Beschäftigungsverhältnisse, z.B. WanderarbeiternInnen ohne Arbeitsverträge oder Heimarbeit ohne Einhaltung von Mindest-Arbeitsstandards
- längere Transportwege und steigende Emissionen aufgrund der globalisierten Lieferkette
- Bodenversalzung, Verunreinigung des Grundwassers mit Pestiziden und Chemikalien
- Zerstörung von Ökosystemen und Lebensräumen für Mensch, Tier und Pflanzen (z.B. Aralsee)
Öffentliche Diskussion
Durch den breiten gesellschaftlichen Konsum von Textilien und Schuhen ist die öffentliche Diskussion in den Medien und bei NGOs stark ausgeprägt. Ähnlich wie bei den Lebensmitteln legt ein wachsender Teil an Konsumenten verstärkt Wert auf umwelt- und sozialverträglich hergestellte Mode.
Zu den Themen gehören
| Ausbeutung von Arbeiterinnen | Kinderarbeit |
| Arbeitsbedingungen/Unterkünfte | Mindestlöhne |
| (Bio-)Baumwolle | Fair Trade- und Bio-Labels |
Beispiele für Verbesserungsanstrengungen
- Clean Clothes Modellkodex der internationalen Clean Clothes Campaign (CCC)
- Cradle to Cradle Prinzip für umweltfreundliche Textilien und Materialentsorgung
- Weitere Standards/Initiativen finden Sie in der Datenbank.

